"Wir befinden uns im Jahre 2018 n. Chr. 
Ganz Deutschland ist von den ?????? besetzt ... Ganz Deutschland?    Nein! Ein von Unbeugsamen bevölkertes Dorf  hört nicht auf, dem Eindringling  Widerstand zu leisten"


Kleinensee - das Dorf an der  (ehemaligen) Grenze !

 
 

Urkunden und Beschreibungen


Die hessische Grenze gegen das sächsische Amt Gerstungen

 

Auch in diesem Abschnitt sind die Erklärungen, die über die Verhältnisse des Dorfes Süß gegeben wurden, zu verwenden. Dazu kommt, daß die sächsischen An­spruchsgrenzen auf alte Tradition zurückgehen. Die Grenze zwischen Thüringen und dem Hessengau wirkt in ihnen nach. Zwischen Großensee und Hönebach bildet sogar die Gaugrenze den Scheid bis in die Gegenwart und erklärt so den merkwürdigen und tiefen Einbruch der thüringischen Grenze.

Den Verlauf der Grenze zwischen Thüringen und dem Hessengau, von der aus­zugehen ist, um die verschiedenen Phasen der Grenzentwicklung zu verstehen, zeigen die Werra-Fulda-Wasserscheide und die Gerstunger Markbeschreibung von etwa 1450. In derselben Weise, wie die Gerstunger Markbeschreibung, die nur bis zu den hohen Bäumen (173)  die alte Grenze bestimmt, biegt die sächsische Anspruchsgrenze von 1543, die Gemarkungsgrenze des Dorfes Süß verfolgend, nach Osten ab und gelangt über den Ziegelsberg (166), den Arnsberg(40),  Rexrode (Wüstung-Östlich von Blankenbach) und den Viereckenstein (41) bis an den Bilstein bei Wommen, nachdem sie am Anfang ihrer Grenzführung ein gutes Stück ostwärts zurückgetrieben war. Von der Grundlosen Grube (194) bis zur Ecke (73) stimmt sie zunächst mit der Gerstunger Grenze überein, zieht aber dann über den Dicken Grund (71) und das Myenthal (70) in östlicher Richtung weiter, um die Gemarkungsgrenze des Dorfes Bosserode und den Scheid zwischen Schloß Wildeck und dem Hof Liebenz bei der Kolgrube (114) zu benutzen. Von der Dornhecke (115) führt sie stracks durch der Trotten geheltzs (hier tritt der bereits erwähnte sächsische Anspruch auf) an der Westgrenze des Dorfes Süß entlang und stößt bei dem Steinbühl (171) auf die Gerstunger Markgrenze.

 

An der hessischen Grenze gegen Großensee, die ohne Zweifel sehr alt ist, gab es bis in neuere Zeit Streit ohne Unterlaß. Die älteste hessische Grenzbeschreibung, die hier den Scheid festsetzt, stammt aus dem Jahre 1538 und gibt von der Scheideiche (80) bis zur Gemarkung des Hofes Raßdorf denselben Verlauf wie die sächsische Anspruchsgrenze von 1543. Während von der Scheideiche an nordwärts die sächsisch-hessische Grenze im wesentlichen dasselbe Bild wie die moderne Landesgrenze zeigt, traten südwärts starke Abweichun­gen in den sächsischen bzw. hessischen Grenzgängen ein. Hessen forderte nach einem Weistum vom 10. Mai 1550, in dem zum ersten Mal dieser Anspruch erhoben wurde, daß die Grenze an dem ehln teichen hinab in südöstlicher Richtung das Dorf Kleinensee erreichen sollte.

 

Ein Bericht des hessischen Rates Simon Bing, des Vogtes von Friedewald, Peter von Boyneburg, und des Försters zu Heringen, Balzer Schmer, der im Jahre 1555 für die Kasseler Regierung verfaßt wurde, folgte den Aufstellungen des besprochenen Weistums. Seine sehr ausführlichen Angaben werden durch eine Kartenskizze er­läutert, nach der ganz offensichtlich der Seulingssee, der ehemals zwischen Großensee und Kleinensee lag, mit zwei Fischerhäusern in die hessische Grenze einbezogen wurde.

 

Den Vorbereitungen der Konferenz in Großensee, die am 6. Oktober 1556, also einen Tag vor der erwähnten Konferenz zu Süß stattfand, dienten jener hessische Bericht des Rates Simon Bing und die Grenzbesichtigung am 5. Oktober 1556, an der u. a. der Kanzler Heinrich Lersner als Abgesandter Hessens, die Amtleute benach­barter Ämter und sächsische Abgeordnete teilnahmen. Die sächsische Vertretung hielt sich von der Grundlosen Grube (194) bis zur Scheideiche (80) an den Grenzzug der sächsischen Anspruchsgrenze von 1543, während die hessische die Beschreibungen der Jahre 1550 und 1555 ihrem Grenzgang zugrunde legte. Auf der Tagung selbst kam es trotz aufrichtigen Bemühens der Parteien zu keiner Einigung. Ohne einen bestimm­ten Termin festzusetzen, wurde die endgültige Regelung in Aussicht gestellt.

 

Kurz darauf suchte Hessen seinen Anspruch dadurch zu stützen, daß man den  alten Förster und Landknecht zu Friedewald, der von 1510 bis 1550 im Dienste stand, Hennchen Jäger, am 25. Oktober 1556 als Zeugen vernahm. Seine Aussage ließ die Forderungen der hessischen Vertretung auf der Konferenz zu Großensee zu Recht bestehen.

 

Die Irrungen wegen des Geleits und der Landesgrenze am Seulingswald, die vor allem die Ostgrenze des Gerichts Heringen im Amt Friedewald betrafen, dauerten bis in den Anfang des 18. Jahrhunderts fort. Die Grenzstreitigkeiten an der Gemar­kung Hönebach erhielten in diesem Zusammenhang ihre Behandlung. Auf der Kon­ferenz zu Berka (18. Mai bis 24. Mai 1557) hielten die hessischen Abgeordneten an der Meinung fest, die sie von 1350 bis 1356 vertreten hatten.

Von sächsischer Seite liegt aus dem selben Jahr (1537) ein Bericht vor, der die öfter erwähnten Forderungen beider Parteien und sächsische Zeugenaussagen auf der Konferenz zu Berka, die sich der Grenzbeschreibung von 1343 anschließen, enthält.

 

Daß es sich bei der hessischen Grenzführung von dem Talgrund Elteich (190) bis zum Dorf Kleinensee um einen Anspruch handelte, der nicht durch historische Überlieferungen, sondern nur durch angemaßtes Recht — man mag sich dabei auf Ge­wohnheitsrecht gestützt haben — begründet war, zeigt der Vertrag vom 6. Juli 1562, der Hessen aus dem beanspruchten Gebiet vollständig herausdrängte und es hinter die Linie Grundlose Grube (194) — Scheideiche(80) zurückwies. Sie blieb bis auf unsere Zeit eine Grenze Thüringens, wie die Beschreibungen vom 3./4. Juli 1393, von 1694 und aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts zeigen, die jeweils auf die älteren zurückgreifen.

 

Die Scheideiche (80), die zwischen den Dörfern Hönebach und Großensee an der Straße ‚durch die kurzen Hessen‘ stand, bestimmte nicht nur die Landes-, sondern auch die Geleitsgrenze, wie der Bericht des hessischen Rates Simon Bing von 1335, der zum ersten Mal auf diese Dinge eingeht, verdeutlicht.Eine Urkunde vom 16. August 1306, in der von der Stelle gesprochen wird, wo hessisches und thüringisches Geleits­gebiet zusammenstoßen, mag hierein zuordnen sein.

 

Die sächsische Anspruchsgrenze von 1343, die die zweitePhase im Kampf um die sächsisch-hessische Landesgrenze bildete, mußte bald aufgegeben werden, weil sie an verschiedenen Stellen, z. B. Dornhecke (113) — Röd (180)und Hohe Süß (170)— Arnsberg (40), hessiscbes Gebiet vollkommen unrechtmäßig forderte, was auch nie­mals von Hessen anerkannt wurde.

An der Flur des Dorfes Bosserode und des Hofes Raßdorf, die fuldisches Lehen waren, setzt die Grenzbeschreibung eines Vertrages vom 13.März 1363 ein, den Landgraf Philipp mit den von Boyneburg wegen Irrungen am Mohlenberg im ampt Wildegk schloß. Es wurden dort und am Munthal (70) 8 Steine gesetzt.

 

Gegen Sachsen änderten sich die Verhältnisse im Laufe des 16. und 17. Jahrhun­derts völlig. Seine Anspruchsgrenze von 1543 konnte es nicht halten, vielmehr wurde sie weit nach Südosten zurückverlegt, so daß nur das Dorf Süß mit seiner Gemarkung als sächsiscbe Exklave bestehen blieb. Als am Anfang des 18. Jahrhunderts die Grenze des Amtes Gerstungen gegen das Amt Rotenburg in der Nähe des Dorfes Obersuhl festgelegt werden sollte, stieß man auf eine so große Verwirrung, daß an eine Neu­regelung im Augenblick nicht zu denken war. Die sächsische Vertretung betrachtete das Dorf Obersuhl als hessische Exklave, weil es mit seinen Jeldern und fluren mitten im amteGerstungen und um und um mit dessen grenzen umzogen sei. Die Grenze lief nach sächsischer Ansicht von der Obersuhler Höhe (189) die Straße nach Bosserode entlang und schloß das Gebiet der Höfe Schildhof und Almushof und des Dorfes Richelsdorf bis zu der Linie Hohe Süß (170) — Arnsberg(40) ein. Dagegen wollte Hessen Obersuhl als Exklave nicht anerkennen, weil die nördlich Obersuhl liegenden Ortschaften immer zum hessischen Territorium gehört hatten. Deshalb zog es seine Grenze übereinstimmend mit der Gemarkungsgrenze des Dorfes Obersuhl. Der Landgrafschaft sicherten urkundliche Zeugnisse und die Grenzbeschreibung von 1539 ihr Recht. Die letztere war 1539, nachdem Landgraf Philipp die Lehenschaft über das Dorf Richelsdorf von der Abtei Fulda erworben hatte, zwischen diesem und Georg von Kolmatsch, der Richelsdorf zu Lehen hatte, wegen des Hofes Schildhof und der von Øbersuhlgebrauch aufgestellt worden. Von der Oberschar (182) wurde die Grenzlinie über den Tempelgraben (187), den Wagnersberg (188) und den Diebsgraben (56) bis zu dem Punkt, an dem die Gemarkungen von Richelsdorf, Untersuhl und Obersuhl zusammenstoßen, festgelegt.

 

An der Gemarkung des Dorfes Obersuhl, das seit 1413 hessisch war, gab es seit dem 16. Jahrhundert Streitigkeiten, die bis in das18. Jahrhundert fortdauerten und ansehnliche Objekte betrafen. Für das Geleit innerhalb der Flur bestimmte der Berkaer Vertrag vom 28. September 1574, daß Sachsen ebenso wie Hessen an der sächsischen Exklave Süß beteiligt sein sollte.

An dem Rehden, einem Hutebezirk, der 1000 Acker groß zwischen Obersuhl, Dank­marshausen und Bosserode liegtwaren die genannten Dörfer beteiligt. Weil er vor Zeiten zu dem Seen- und Sumpfgebiet von Großensee gehörte und noch zu Beginn der Neuzeit stark versumpft war — erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde seine Austrocknung systematisch durchgeführt,konnte an eine Abgrenzung natürlich nicht gedacht werden. Durch diese Tatsache können die Streitigkeiten, die im 16. Jahrhundert um die Hute einsetzten, erklärt werden.

 

Angaben über die Größe des Bezirks sind durch eine sächsische Beschreibung, die ausdrücklich betont, daß sie nur ein ungefehrer abriss sei, weil man wegen des sumpfs dermalen zu keinem grundriss [hat]gelangen können, und durch die Zeichnung des hessischen Kartenwerks von SCHLEENSTEIN gegeben. Einen Teil der Hutegerechtigkeit hatte das Dorf Obersuhl pachtweise von dem Amt Gerstungen erhalten. Als nun 1543 der Pachtzins erhöht werden sollte, begann ein Streit, um dessen Beilegung 1574 und 1676/1679 verhandelt wurde. Am 27. Januar 1676 beriet man auf einer Konferenz zu Berka über die Erhöhung des Zinses und die Zuständigkeit der Hute und führte die Untersuchung auf einer zweiten vom 14. Oktober bis 5. November 1679 weiter. Am letzten Verhandlungstag machte man den Vorschlag, das von der Gemeinde Obersuhl gepachtete Land im Rheden auszuwechseln. Dem kam aber die Kasseler Regierung, der die Rotenburger Beamten referierten, nicht nach.

 

Schließlich gab es noch im äußersten Südosten des Kreises Rotenburg eine Irrung an der sächsisch-hessischen Grenze, bei der es sich darum handelte, ob die Bosskeule (58), ein 50 Acker großes Feld- und Wiesengelände, in die Gemarkung der sächsischen Dörfer Berka und Untersuhl oder in die des hessischen Dorfes Obersuhl einbezogen werden sollte. Die Rotenburger Beamten richteten an die Kasseler Regierung zwei Schreiben vom 10. März 1660 und 19. April 1661, in denen sie die Boßkeule für das hessische Territorium forderten.

 

Während der erwähnten Berkaer Konferenz (1679) kam man nach vorangegangener Besichtigung auch auf diesen Gegenstand zu sprechen. Dieweil aber kein theil dem anderen nachgeben wollen> so wird die beilegung solches streits bis zukünftiger Konferenz ausgesetzt „.

Dieser letzte Satz, den wir anführten, weil er typisch ist, bezeichnet die Situation im ganzen. Alle Irrungen und Wirrungen an der sächsisch-hessischen Grenze, für die zunächst inoffiziell eine Lösung gesucht wurde, die dann auf den Konferenzen be­sprochen, aber nur selten beigelegt wurden, schleppten sich durch Jahrhunderte hin. Eifrigem Bemühen widerstand eine kleinliche Außenpolitik, die, befangen in ihrer Vorstellung von mittelalterlicher Herrschaft, noch nicht an den geschlossenen und abgerundeten, modernen Territorialstaat dachte. So blieben die Verhältnisse unent­schieden, ihre Klärung wurde, während sich Proteste und Klagen häuften, von Kon­ferenz zu Konferenz vertagt.

 

Als im Jahre 1733 die Verträge zwischen dem Herzogtum Sachsen und der Landgrafschaft Hessen geschlossen wurden, die in einem Austauschverfahren allem Streit ein Ende bereiteten, war der Anfang zu neuer territorialer Bildung gemacht. Die Dörfer Bosserode und Süß und der Vultejische Unterhof Raßdorf fielen an Hessen‚ von dem Rheden wurde der von der Gemeinde Obersuhl genutzte Teil hessisch, während der größere bei Sachsen blieb.

 

 

Über die nördlichen Teilstücke der Grenze (gegen das Amt Gerstungen), in der Nähe von Kleinensee, die ja von der Heringer Gerichtsgrenze nicht berücksichtigt waren, unterrichten die Grenzbeschreibungenaus den Friedewalder Salbüchern und die Verträge mit Sachsen. Nach dem Weistum aus dem Jahre 1537 beanspruchte Hes­sen das Gebiet südlich der Linie Hönebach-Großensee-Kleinensee-Dankmarshausen. Der Scheid sollte gehen zwischen dem dorff [Großensee] undt unsers gnädigen für­sten und Herrn sehdych [Seeteich], doselbsthin nach dem ort Cleinen Sehe,und durch Cleinensehe hier die Landtwehr, furthan nach der Martpach(195). Dieselbe Forderung der Grenzziehung stellte ein hessisches Weistum vom 10. Mai 1550, ebenso eine grenitz nach dein Sulingssee warts vom Jahre 1555, eine Forderung, die hessischerseits sogar auf einer sächsisch-hessischen Konferenz (18. Mai 1557) erhoben wurde. Ihr ist von sächsischer Seite bereits 1543 entgegen getreten und 1557 eine sächsische Grenzbeschreibung entgegengestellt worden. Schließlich hat ein Vertrag vom 6.Juli 1562 diese Irrungen an der Friedewalder Grenze bei Kleinensee endgültig beseitigt. Hessen mußte seine Ansprüche aufgeben. Es wurde verabredet, daß die Landgrenzen zwischen Dankmarshausen und Widdershausen unten an der Werra im Marbacher Graben (195) anfangen, im Marbachgraben hinauf bis an den Lerchengrund(201), den Lerchengrund hinauf bis an den Hornungsberg (202), von da auf dem Rücken des Berges bis an die Wolfsgrube (203) führen sollteBis 1733 blieb es bei dieser Grenzführung, wie es z. B. eine sächsisch-hessische Grenzbesichtigung, die am 3. und 4. Juli 1593 stattfanddie Friedewalder Grenzbeschreibung vom 16-18. Mai 1659 mit den neuen Grenzorten Hainkoppe, Rother Stein oder Sau­hecke, Diedischer Grund, Thumsthal, Steinige Höhle, Delle und Eichliede, ferner die gleiche Grenzbeschreibung vom 14-16. Mai 1668 angeben.

 

Mit dem Erwerb des Dorfes Kleinensee durch Hessen 1733 wurde dessen Gemarkungsgrenze zur Landesgrenze; das Grenzstück Grundlose Grube(194) bis Wolfsgrube (203) fiel also aus.

 

An die Grenze, wie sie in der Urkunde über den Verkauf des Gerichtes Heringen vom Jahre 1432 im Osten des späteren Amtes Friedewald aufgezeichnet wurde, knüpften auch fernerhin die Grenzbeschreibungen an. Die Beschreibung vom Jahre 1337, die auf den Aussagen einiger Männer aus Heringen und Widdershausen beruht, läßt die Grenze an der Marbach (193) beginnen. Von dort zog sie zwischen Widdershausen und Dippach über die Grenzorte Landwehr(204), die Bornischen Güter (Buren) (205), Saulgrund (206), Gertental (207),Geldgrube (208), die Toten Bäume (209) und das Settigskreuz (210) zu dem Auelsberg (196). Im weiteren Ver­lauf bildete der Diebspfad den Scheid bis zum Steinberg (197). Von diesem uralten Höhenweg schreibt das Friedewalder Salbuch vom Jahre 1579: Eß ist auch tzu mer­ken, dass ulf dem Creutzwege, der weg so über den Steinbergk (197) von dem Creutzweg und Creutzstogk (211) nachdem Schwartzen Stock (212) und von dannen eber denkeudengraben an das Borgkholz (199), so ins ampt Vach gehoerigk, leufft undt vom anfangk biß zum ende der dybespfadt genandt wird, undt scheidet von gemeldtem Creutzsterk biß uff das Borgkholtz den styfft Hirsfeldt oder Closter Creutzbergk eins- und das gericht Heringenn anderteils mit gehoeltz undt obrigkeit.

 

Auch im Süden des Gerichtes Heringen verläuft die Grenze auf der Strecke Burgholz (199) bis zur Werra bei Heimboldshausen in der erstmalig 1432 angegebenen Weise. Aus den Grenzbeschreibungen der folgenden Zeit, die in den Jahren 1550, 1331, 1374, 1379, 13931639 und 1668 sächsischer-wie hessischerseits aufgestellt wurden, geht eindeutig hervor, daß bis auf geringe Irrungen in der Grenz­führung bei Dippach, die im Vertrag von Berka am 28. September 1374 beigelegt wurden, die Grenze unumstritten war. Etwa in der Mitte des Grenzzuges Dippach­-Heimboldshausen, nordöstlich von Vitzeroda an der Geschworenen Eiche begann die Grenze gegen das hersfeldische Amt Frauensee,während die Grenze bis zu diesem Punkte das Gericht Heringen von dem hessisch-sächsischen Kondominat Amt Haus Breitenbach geschieden hatte. Auch die ausführliche Grenzbeschreibung vom 10.-21. August 1734die nachdem für die Bildung moderner Territorien wichtigen Austauschverträge vom Jahre 1733, durch den Kleinensee an Hessen kam, während die hessischen Rechte in dem hessisch-sächsischen Kondominat Haus Breitenbach aufgegeben wurden, verfaßt wurde, hat an dem geschilderten Grenzzug im Osten des Gerichtes Heringen nichts geändert. Für Kleinensee, dessen Gemarkungsgrenze nach 1733 die Landesgrenze, später auch die Kreisgrenze bildete, ist eine Beschreibung der Gemarkungsgrenze im Weimarer Archiv erhalten.